„Oh du fröhliche…“: 5 Tipps wie wir Weihnachten überleben. Und dabei womöglich sogar ein bisschen selig werden :-)

Posted by Christine Rana on Tuesday, December 23, 2014


Morgen ist Heilig Abend, und ich freue mich schon riesig darauf. Wie Millionen andere Menschen auch. Festlich dekorierte Zuhause, Plätzchenduft und Kerzenlicht, gespannte Erwartung allenthalben. Wochen der Vorbereitung taumeln ihrem Höhepunkt entgegen. Die Geschenke liegen schon fein verpackt unterm glitzernden Weihnachtsbaum, und vielleicht hast du das Gefühl, dass du beim nächsten „Last Christmas“ schreiend davon laufen musst... Damit aus dem Höhe- keine allzu tiefen Tiefpunkte und aus Erwartungen keine Enttäuschungen werden, halte vorsorglich folgende fünf Zutaten bereit, aus denen du dir jederzeit deine eigene Portion Weihnachtsseligkeit backen können. Die teilst du natürlich großzügig mit den Menschen um dich herum. Damit alle was davon haben. Und weil Weihnachten ja immerhin das Fest der Liebe ist.

 

Akzeptanz. Großes Wort, großes Konzept, aber eigentlich ganz simple (wenn auch nicht immer einfach). Akzeptanz bedeutet nicht, dass wir alles, was geschieht, gut heißen oder auch nur damit einverstanden sind. Akzeptanz bedeutet, das, was ohnehin schon so ist, hinnehmen zu können in dem Wissen, dass es anders wäre, wenn es anders sein könnte. Garantiert. Darauf können wir uns verlassen, und das entlastet uns auch von nervenaufreibenden und letztlich nutzlosen Überlegungen à la „was wäre gewesen, wenn…?“. Akzeptanz gibt uns gleichzeitig auch die optimale Grundlage aus dem gegenwärtigen Augenblick heraus handlungsfähig zu sein und zu bleiben und unseren Umgang mit dem Sosein des Lebens bewusst zu gestalten. Akzeptanz beginnt natürlich immer mit Selbstakzeptanz, hier und jetzt und ganz genau so, wie wir sind – inklusive kleinerer und größerer Unvollkommenheiten. Die sind ohnehin Ansichtssache, ganz ehrlich. Wenn wir uns selbst akzeptieren, führt dies zu einer Art Grund-Entspanntheit, aus der heraus wir unser Gegenüber so viel besser annehmen können. Wir müssen nicht mit jedem einer Meinung sein, brauchen aber auch niemanden umzustimmen oder zu überzeugen oder uns zu verteidigen und zu rechtfertigen. Wir können die Unterschiede stehen lassen, einfach so.

Akzeptanz bezieht sich übrigens auch auf die kleinen Zwischentiefs und Anflüge der sogenannten „namenlosen Weihnachtstraurigkeit“ gegenüber. Erlauben, fühlen. Vorbeiziehen tun sie dann von ganz alleine.

Mitgefühl. Jeder verfügt über ein anderes Level von Bewusstsein und Verständnis über sich und die Welt. Und keiner von uns sieht je das ganze Bild. In diesem Wissen fällt es uns leichter, andere so anzunehmen wie sie sind. Mitgefühl vereint in sich die Qualitäten von Glaube – dass alles von einer höheren, leitenden Ordnung durchdrungen ist, Fühlen, mit ganzem, offenen Herzen – weil wir uns das im Vertrauen auf diese Ordnung erlauben können, und Präsenz, das urteils- und erwartungsfreie Sein im Moment – weil es ohnehin nichts anderes gibt. Das stärkt uns sehr, auch im Angesicht der vermeintlichen Widrigkeiten des Lebens, den großen und den kleinen. Das Festessen misslingt, keiner will singen, das Stimmungsbarometer sinkt merklich? Dann sind wir gefragt wirklich zu versuchen uns dahinein zu entspannen, zu fühlen, was geschieht, und zu wissen, dass immer, wirklich immer nicht nur in den schönen Erlebnissen des Tages, sondern auch in den scheinbar schlimmsten und unscheinbarsten ein tiefere Sinn verborgen liegt. In einem ruhigen Moment mal ausprobieren oder, noch besser, es sich eine Zeit lang zur Gewohnheit machen, damit man diese Fähigkeit dann auch in etwas schwierigeren Situationen abrufen kann.

Abstand. Bei aller Liebe: Ein bisschen innerer Abstand tut gut. Gemeint ist damit vor allem, dass wir die Dinge nicht so persönlich nehmen. Immer schön locker bleiben. Sich selbst ehren, ganz klar, aber eben auch nicht allzu ernst nehmen. In der Regel sind wir so sehr in unserem eigenen Film gefangen, dass wir nicht mal uns selbst besonders deutlich wahrnehmen, geschweige denn unser Gegenüber. Und entsprechend wenig hat das, was andere zu oder über uns sagen, mit uns zu tun. Meistens sagt es sehr viel mehr über den Sprecher aus. Es kann ein ganz interessantes Spiel sein, mal auf das zu achten, was jemand vordergründig zu uns, eigentlich aber über sich selbst sagt. Aber Achtung: Immer schön urteilsfrei bleiben :-)! Gar nicht so einfach, aber dafür haben wir ja das Mitgefühl…

Immer wieder Kraft tanken. Am besten nicht erst, wenn wir mit unseren Nerven eh schon total am Ende sind. Einfach immer mal zwischendurch tief ein- und ausatmen, ein bisschen zu sich und zur Besinnung kommen, ganz bewusst kleine Inseln im Trubel um uns herum schaffen. Ein kurzer Waldspaziergang oder mal schnell um ’n Block gehen, sich Strecken und Dehnen, wenn es vor lauter Sitzen und Essen zwickt und zwackt, das Handy ausschalten und Social Media Social Media sein lassen. Überhaupt immer wieder spüren, was wir, was der Moment gerade braucht. Einfach ein paar Minuten länger auf dem Klo bleiben hilft manchmal auch.

Humor. Ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht: Du bist ein bisschen anders als der Rest deiner Familie. Ok, vielleicht auch sehr anders. Die unverheiratete Tante, die nur ihre Katzen und Kommune im Kopf hat, die Weltenbummlerin, die keine eigene Wohnung, sondern immer nur ihrer Wanderlust frönen möchte, die Idealistin, die Tiere rettet und auf gar keinen Fall isst (also eine Extremistin!), oder eine andere Art von „schwarzes Schaf“ (hey, das ist wirklich nicht speziesistisch gemeint). Und deine Familie kann’s einfach nicht lassen. Sie kalauert feucht-fröhlich frotzelnd vor sich hin, dauernd. Gut, dass wir Akzeptanz, Mitgefühl und Abstand schon im Gepäck haben, und wenn wir jetzt noch eine gute Portion Humor hinzunehmen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ein guter Freund von mir pflegte angesichts von persönlichen Pleiten, Pech und Pannen zu sagen: „In 10 Jahren lachst du drüber!“ Warum also nicht jetzt schon darüber lachen? Ein bisschen zumindest. Geht doch!

Und hier noch ein Bonus-Tipp: Nicht nur während der Weihnachtsfeiertag ist es enorm hilfreich, wenn wir Klarheit in Bezug auf unsere Grenzen haben. Auch in Bezug auf unsere Belastungsgrenzen. Denn die hat jeder. Außer Filmstars und Superhelden. (Ich gehe davon aus, du bist keins von beiden J). Je bewusster dir diese sind und je größere deine Selbstakzeptanz, desto leichter und freier kannst du diese Grenzen dann auch aufzeigen und wenn notwendig deren Einhaltung einfordern – ohne dabei anderen (allzu sehr) auf die Füße zu stehen. Im Gegenteil: Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sich andere sehr befreit fühlen, wenn man seine Bedürfnisse und Grenzen klar kommuniziert und möglichst unangestrengt für sie einsteht (Betonung auf „möglichst unangestrengt“). Hat oft damit zu tun, dass sie sich dann selbst eher erlauben, das für sich auch zu tun. Am Ende ist damit wirklich allen geholfen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wirklich entspanntes und friedvolles, gesegnetes und reiches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben!

 

Von Herzen, Christine

 

Wie schaut’s bei euch aus? Wie überlebt und/oder genießt ihr die Feiertage und deren ganz besondere Herausforderungen und Prüfungen? Freue mich auf eure Tipps und Ideen! Ich hätte euch gerne dazu aufgefordert, euch in den Kommentaren auszutoben - aber leider gelingt es mir gerade nicht, diese Funktion zu aktivieren. Schreibt mir gerne eine Mail unter christine.rana@web.de

 


Tags: tipps 

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Christine Rana: leidenschaftliche Therapeutin und begeisterter Coach. Langjährige Yogini und Stille liebende Meditierende. Neu-Bloggerin und Fürsprecherin dafür, dass wir alle uns ein Leben kreieren, das wir von Herzen lieben.

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